Am 31. März 1900 fanden sich 47 Bürger aus Graue zur Gründungsversammlung in der “ Steimkeschen Gastwirtschaft “ zusammen. Die Regularien wurden schon in vorherigen Versammlungen besprochen und an diesem Tag durch die Unterschrift beglaubigt. Amtlich genehmigt wurde dieses Gründungsprotokoll am 9. Juli 1900 von Landrat Lüpke in Hoya. Der Zweck des Vereins ist heitere Geselligkeit zu pflegen, durch ländliche Volksfeste und gemütliche Zusammenkünfte. Das erste Schützenfest wurde gefeiert und der erste Schützenkönig war Heinrich Dankleff. Da wir in Graue zwei Gastwirtschaften hatten, wurde abwechselnd in der “ Hittmeyerschen Wirtschaft “ (später Pottberg) und in der “ Steimkeschen Wirtschaft gefeiert. Im Jahre 1903 wurde die erste Königskette angeschafft und jeder König verpflichtet, ein Schild mit seinem Namen anzubringen.

Ein Schützenverein ohne Fahne ist wie ein Fußballverein ohne Ball und so wurde 1904 die erste Fahne geweiht. Königskette und Fahne sind noch heute vorhanden.

Das 25 jährige Vereinsbestehen konnte dann im Jahre 1925 gefeiert werden. Die Musik stellte die Kapelle Nordhausen mit zwölf Musikanten. Der Schützenverein rnußte 12 Mark pro Musiker bezahlen. Die Verpflegung der Kapelle und die Annoncen in der Zeitung bezahlte Festwirt Steimke. Wieviele Vereine an dieser Jubiläumsveranstaltung teilnahmen, läßt sich nicht mehr nachweisen.

Von 1925 bis 1940 erlebte der Verein seine gewöhnlichen Höhen und Tiefen.

1940 gab es wie in jedem Verein einen Stillstand. Grund war der 2. Weltkrieg.

Bis 1950 ruhte der Verein, dann wurde eine Neugründung vorgenommen. Ein aufregendes Jahr folgte, denn es stand auch das 50 jährige Jubiläum an. Das Fest wurde am 07. Mai 1950 bei Regenwetter gefeiert. Trotz des schlechten Wetters zog es zwölf auswertige Vereine nach Graue. Der Festummarsch ging durch das ganze Dorf. Eine Reitereskorte führte den Festumzug an. Die Gründungsmitglieder Heinrich Kracke, Heinrich Bockhop, Fritz Siekmann und Heinrich Dankleff begleiteten den Festzug in einer Kutsche. Die Festrede hielt Lehrer Georg Armbrüster. Die Fahnenbänder wurden von zwölf Ehrendamen ausgehändigt. Es war ein schönes und großes Fest, denn in der Kreiszeitung stand : Es wurde in brechend vollen Zelten bis in den frühen Morgen gefeiert. Am Montag war das traditionelle Dorfschützenfest.

Erster Schützenkönig nach dem zweiten Weltkrieg wurde Heinrich Wandmacher. Der Kinderkönig hieß Dietrich Linge. Die Könige wurden damals mit dem Luftgewehr ausgeschossen.

1954
Es wurde wieder ein Kleinkaliber – Gewehr angeschafft. Geschossen wurde wie früher auf dem alten KK – Stand von 1900.

1956
Der Schützenverein Graue tritt dem Deutschen Schützenbund bei.

1957
Unser Verein wird in das Vereinsregister aufgenommen.

1958
Es wird ein Luftgewehr angeschafft.

1959
Ein neuer Schießstand wurde auf dem Anwesen von Gastwirt Steimke gebaut und einheitliche Schützenjacken und Hüte angeschafft. Jacken von Hüte wurden aus eigener Tasche bezahlt.

1961
Erstmalig wird ein von den Jagdpächtern gestifteter Pokal ausgeschossen. Diese Tradition hat sich bis zum heutigen Tag fortgesetzt.

1975
Satzungsänderung : Jedes Mitglied kann König werden, auch Damen. Für auswärtige Könige wird die Scheibe 5 Jahre am Schießstand angebracht, danach kann dieser darüber frei verfügen. In diesem Jahr war auch unser 75 jähriges Schützenfest. Kurioserweiser sind über dieses Jubiläum keine Aufzeichnugen vorhanden ( weder im Protokollbuch noch in der Kreiszeitung). Heinz – Dieter Beckmann ist ab sofort für die Reinigung und Ordnung im Schießstand zuständig.

1977
Erstmals wurde ein Jugendkönig/in ausgeschossen. Teilnahmeberechtigt sind alle Jugendlichen von der Konfirmation bis zum 18. Lebensjahr. Erster Jugendkönig wurde Albrecht Kracke.

1979
Es wird ein weiteres Luftgewehr angeschafft. Erstmals seit der Vereinsgründung wird das Schützenvolk von einer Königin regiert. Marianne Klüver heißt die erste Schützenkönigin des Vereins.

1980
Seit 1950 fand in jedem Jahr in den Wintermonaten ein gemütliches Beisammensein statt. Im Laufe der Jahre wurde das Intresse an dieser Veranstaltung immer geringer, so dass von der Generalversammlung beschlossen wurde, dieses in Zukunft ausfallen zu lassen.

1982
Nach 22 jähriger Amtszeit schied Johann Hocke aus seinem Amt als erster Vorsitzender aus und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Versammlung wählt Friedrich Lübbe zum 1. Vorsitzenden.

1983
Unsere alte Fahne war in einem schlechten Zustand und es wurde überlegt, ob sie restauriert oder ob eine neue Fahne angeschafft werden sollte. Die Finanzierung der Fahne erfolgte durch einen zusätzlichen Mitgliedsbeitrag von jährlich 5,00 DM auf ein Fahnenkonto und die Einführung regelmäßiger Papiersammlungen durch den Schützenverein. Seit dieser Zeit wird von Dieter Beckmann und weiteren Vereinsmitgliedern Papier gesammelt.

Die Fahne wurde von Herrn Kreisel von der Fa. Karlsruher Fahnenfabrik begutachtet. Dieser Fachmann empfahl eine Restaurierung für ca. 4.000 Mark. Eine Neuanschaffung hätte etwa 10.000 Mark gekostet.

1984
Die Fahne ist für 3.858,90 DM restauriert und es wurde beschlossen am Sonntag, den 08.Juli 1984 ein Fahnenjubiläum zu feiern. Hieran nahmen 22 Vereine, 3 Spielmannszüge und die Feuerwehrkapelle aus Wenden teil. Gastredner waren an diesem Tag Bezirksschützenpräsident Lülker, Kreisschützenpräsident Schierholz, Samtgemeindebürgermeister Rothschild und Schützenbruder MdL Axel Schlotmann

Es war ein gelungenes Fest, das allen noch lange in schöner Erinnerung blieb.

1986
Unser Vereinsmitglied Rainer Ellfeldt wurde Bezirksmeister im Schießen mit dem Luftgewehr.

1989
Friedrich Lübbe tritt als 1. Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wurde Kurt – Heinrich Bockhop.

1992
Unser Verein unternahm erstmals eine Fahrradtour, die auf große Resonanz stieß. In diesem Jahr wurden noch 3 automatische Luftgewehrstände von Walter Steimke, Rudolf Haseler und Heinz Rottmann gestiftet.

1993
Unser Schützenbruder Erhard Gabel stiftete eine neue Königskette. In diesem Jahr wurde eine Bustour in den Südharz gemacht. Es mussten zwei Busse eingesetzt werden, und so wechseln sich Fahrradtour und Bustour jährlich ab.

Da unsere Satzung mit einigen Änderungen noch aus dem Gründungsjahr 1900 stammt, mußte eine neue zeitgemäße Satzung erarbeitet werden. Diese wurde von allen Mitgliedern auf der Generalversammlung 1993 genehmigt.

1995
Unser Sommerausflug führte uns zur Insel Neuwerk

1997
Jochen Antholz wird zum 1. Vorsitzenden unseres Vereins gewählt.

1998
Gründung eines Festausschußes zur Vorbereitung des Jubiläumsschützenfestes im Jahre 2000.

2000
Das große Jubiläum „100 Jahre Schützenverein Graue“ wird gefeiert. Ein Sommerbiathlon in Graue wird als Rahmenprogramm angeboten.
 
Der Sommerbiathlon wird in der Zeit von 2001 bis 2010 in Graue zum Treffpunkt von Jung und Alt. Die Veranstaltung etabliert sich als fester Bestandteil in den Terminkalendern von Vereinen und im Ort selbst.
 
2010 – heute
Neue Ideen im Verein und auf der sportlichen Ebene führen zum Ranglistenschießen und zum Team-Duell. Ziel des Vorstandes, Spaß und Tradition sowie die sportlichen Ereignisse im Jahr miteinander zu verbinden.